Der Burgfeyer Stollen – eine ungelöste Hinterlassenschaft des Bergbaus

20.07.2020

Der Burgfeyer Stollen – eine ungelöste Hinterlassenschaft des Bergbaus

Viele ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger sprechen uns immer wieder auf die Belastung des Wassers aus dem Burgfeyer Stollen an, der oberhalb des Tierheimes am sog. Mundloch aus dem Boden austritt.

Dieser Entwässerungskanal wurde zu Beginn des 19. Jahrhundert gegraben und ermöglichte erst durch die Senkung des Grundwasserspiegels den großflächigen Bleierzabbau in tiefer gelegenen Bodenschichten.

Seit seiner Inbetriebnahme entwässert er auf einer Länge von fast siebeneinhalb Kilometern den gesamten Bleiberg von Mechernich bis Scheven mit einem Wasserabfluss von über 300 Litern pro Sekunde. Mit diesem Grubenwasser wird ein jährliche Schwermetallfracht (Zink, Kupfer, Nickel, Blei und Cadmium) von fast sechzig Tonnen in den Veybach transportiert. Von dort gelangen die Schadstoffe über die Erft und den Rhein bis in die Nordsee.

Heute gibt es die technischen Möglichkeiten die Schwermetalle am Stollenausgang zu herauszufiltern. Seit einigen Jahren besteht eine von Fachleuten begleitete Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des Erftverbandes, der Bezirksregierung Köln, dem Kreis Euskirchen und der Stadt Mechernich. Eine Lösung ist zwischenzeitlich gefunden worden.

Mit einer Grubenwasserreinigungsanlage kurz vor Eintritt des Grubenwassers in den Veybach könnten die Schwermetalle herausgefiltert werden. Die Investitionskosten für eine solche Anlage in Höhe von sieben Mio. Euro würden gefördert. Strittig ist hingegen die Finanzierung der jährlich anfallenden Unterhaltungskosten von einer Mio. Euro pro Jahr. Da die Anlage über mehrere Jahrhunderte laufen müsste – solange ist mit stark belastetem Wasseraustrag aus dem Bleiberg in den Stollen zu rechnen- spricht man von Ewigkeitskosten.

Was bedeutet das für die Bürgerinnen und Bürger?

Bei den jährlichen Unterhaltungskosten oder Betriebskosten der Anlage von rund 1 Mio. Euro sieht der Erftverband derzeit eine Umlage der Kosten auf den Gebührenzahlen vor. De Facto bedeutet dies, dass pro Kubikmeter Frischwasser (1.000 l) ca. 1.00 Euro zusätzlich auf den Abwasserpreis von der Stadtverwaltung aufgeschlagen werden müssten - und das für immer. Diese Kosten müssten ohne anderweitige Regelung ewig von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Mechernich im Rahmen der Abwassergebühren aufgebracht werden.

Unser Bürgermeister Dr. Hans Peter Schick und die Verwaltung setzen sich in den zuständigen Gremien schon seit längerem dafür ein, dass diese Kosten nicht über die Abwassergebühren der Stadt Mechernich finanziert werden dürfen, sondern vom Land übernommen werden müssen. Nach vielen Gesprächsrunden ist die Verwaltung optimistisch, dass hier in Kürze eine für die Wasserqualität der betroffenen Fließgewässer optimale und für die Gebührenzahler aus Mechernich kostenneutrale Lösung gefunden wird. Ihre CDU Mechernich setzt sich intensiv dafür ein, dass Bürgermeister und Verwaltung beharrlich an diesem Thema dranbleiben und die für die Bürgerinnen und Bürger beste Lösung finden.